Oman… auf den Spuren Sindbad des Seefahrers
7. April 2009
Ja, ihr lest richtig, meine Abenteuerreise geht weiter.. und sollte mich diesmal in das Land führen, in dem Sindbad früher lebte – Oman – Nachbarland der Vereinigten Arabischen Emirate. Nach ein paar Wochen Verschnaufpause, hauptsächlich allerdings, weil Amira, Angie und ich einfach nie ein gemeinsames freies Wochenende hatten (durch verschiedene Projekte und Events), war es nun endlich wieder soweit und wir waren buchstäblich heiß auf unser nächstes Abenteuer im orientalischen Raum =)

Diesmal sollte es allerdings ein Wochenendtrip (siehe oben) werden. Fakten:
· Zielort: Maskat (englisch: Muscat) inklusive aller interessanten Orte auf dem Weg dorthin
· Transportmittel: Nissan Tiida (Mietwagen von Thrifty) – Größe eines VW Polo / Golf
· Kürzeste Strecke nach Maskat: 500 km (ca. 5,5 Stunden)
· Durchschnittsgeschwindigkeit: 110 km/h (da 100 bzw. 120 km/h Begrenzungen und alle 2 km ein Blitzgerät steht)
· Abenteuerbeginn: Fr. 03:00 Uhr morgens (nach 2h Schlaf)
· Expeditionsmitglieder: Amira, Angie, Kira (Freundin von Amira), Jacky (weitere Praktikantin) und meine Wenigkeit
· Abenteuerende: Sa. 21:30 Uhr
· Gefahrene Kilometer: ca. 1.200 km (Spritkosten dafür: ca. 22 Euro
)
Dies also nur einmal ein paar Eckdaten vorab. Übrigens, nur zur Info: wenn ihr mit dem Mauscursor über die Bilder fahrt, könnt ihr die jeweilige Beschreibung lesen =)

Wieso wir so früh los sind? Wir wollten schlichtweg jede Minute nutzen und bei Sonnenaufgang an unserem ersten Zielort sein: Sohar (die Stadt in der Sindbad lebte). Leider haben wir das nicht ganz geschafft aufgrund kleiner Missgeschicke an der Grenze (4 Stationen: aus VAE abstempeln lassen – Zettel geben lassen – Autoversicherung für Oman kaufen – für Oman einstempeln lassen und Zettel abgeben). Um 07:30 Uhr sind wir jedenfalls in Sohar angekommen: eine sehr idyllische Stadt, wunderschöne Häuser, ein altes Fort was wir leider nur von außen besichtigen konnten, einen netten Strand und das tollste: FRISCHE Luft. Als wir aus dem Auto gestiegen sind, war dies das erste was mir in den Sinn kam. Dubai ist ein S****dr*** dagegen
. Achja, nicht zu vergessen die seltsamen Hängeaffen im Gebüsch von Sohar (siehe unten). Bevor es jedoch weiter ging, wollten wir es uns nicht entgehen lassen, einen richtig traditionellen, alten Freitagsmarkt zu erleben (s. unten). Von Ziegen und Kälbern über Gräser, Datteln, Melonen und Gemüse war alles zu erwerben. Wir waren auch die einzigen Touris die dementsprechend für Aufsehen sorgten


Weiter gings in Richtung Maskat. Tankstellen gab es auf dem Weg in Hülle und Fülle, gefühlt alle 5 km und die tatsächliche Zahl wird kaum abweichen. Nur leider waren die Toiletten (für die Mädels) in selbigen nur sehr spärlich ausgestattet (kein Klopapier) und in entsprechend schlechtem Zustand. Was außerdem aufgefallen ist: die gesamte Strecke / Straße der Küste entlang stand ein Haus neben dem anderen.. wie als ob sich eine ganze Stadt einer 300 – 400 km langen Straße entlang zieht. Wirklich seltsam, zumal kein Supermarkt weit und breit in Sichtweite war.

Nächster Stop sollte Rustaq sein, wo ein schönes altes Fort stand und eine heiße Quelle sprudelte. Dort angekommen, mussten wir zunächst 1x das gesamte Fort umlaufen, bis wir endlich mal den Eingang gefunden haben. Direkt daneben (innen) befand sich eine ‚zusammengebastelte‘ Moschee und wir sind natürlich direkt zur Gebetszeit gekommen. Vor allem die Mädels durften der Moschee nicht zu nahe kommen. Die Quelle haben wir anschließend übersprungen, da wir noch eine weitere Quelle auf dem Plan hatten.

Diese sollte sich in Nakhal befinden, unserem nächsten Halt auf unserer Abenteuerreise. Laut unserem Reiseführer handelte es sich um heiße Quellen und wir konnten uns zunächst nichts Genaues darunter vorstellen bzw. waren uns nicht sicher. In Nakhal angekommen (zum Ende der Gebetszeit) strömten uns 100e von Omani entgegen, die gerade die Moschee verließen. Sie wirkten sehr ausgeglichen und fröhlich, was fast schon ansteckend war. An den Quellen angekommen (siehe oben), wussten wir nun, was gemeint war. Bei geschätzten 30 Grad konnten wir unsere Füße natürlich nicht im Trockenen lassen und tatsächlich, die Quelle war bestimmt um die 35 Grad warm. Omani Familien picknickten am Wasser, unter dem Grün und auf den Steinen, Kinder planschten im Wasser, Esel standen auf den Steinen und am Wegrand.. so stelle ich mir in etwa eine Oase vor
Ok, die Punika hat gefehlt! Apropos Picknick: auf dem Weg von Rustaq nach Nakhal sind wir die ganze Zeit an einem Wadi (Fluss) entlang gefahren, wo alle 100m ein Fahrzeug stand, dessen Besitzer und Familie ebenfalls am Wadi picknickten und ihren freien Freitag verbrachten. Das ist hier sehr verbreitet und üblich, und mit Familie meine ich Großfamilie inklusive Großeltern, etc..
Naja, fast schon ein wenig verzaubert von den heißen Quellen und vor allem der dortigen Atmosphäre, machten wir uns auf den endgültigen Schlusspurt nach Maskat.



Ankunft in Maskat ca. 15:00 Uhr. Wie vom Navi geführt kamen wir (zufällig oder auch nicht *g*) direkt an unserem Hotel ‚raus‘. Dieses war zwar nix Besonderes, aber Hauptsache sauber und ein Dach überm Kopf. Nach 2h ‚Mittagsschlaf‘ waren wir alle wieder einigermaßen startklar, um dem ‚Spießrutenlauf‘ auf dem so hochgelobten Soukh (Trödelmarkt *g*) nebenan zu durchlaufen. Wie ihr euch vorstellen könnt, einerseits mit 4 Frauen an der Seite kein leichtes Unterfangen. Andererseits das ständige ‚Angequatsche‘ der lokalen Händler, die im Prinzip alle das Selbe verscherbeln. Unterm Strich war der Soukh meines Erachtens nichts Besonderes, sondern schlichtweg ein weiterer ‚Touristenmagnet‘, den es nicht zu empfehlen gilt. Zum Abschluss des Tages waren wir in einem arabischen Restaurant dinnieren bevor wir um ca. 22 Uhr alle tot ins Bett gefallen sind.


Achja, was ich noch gar nicht erwähnt hatte: wir hatten super Glück mit dem Wetter, es herrschte strahlender Sonnenschein, teilweise leicht bewölkt, aber auf jeden Fall genau das Gegenteil, wie ursprünglich vorhergesagt. Am Samstag war dann eigentlich ‚Dolphin Watching‘ angesagt, um 7:30 Uhr morgens.. nach einer allerdings wasserreichen, energiegeladenen Nacht (sprich: Donner, Gewitter und Regenguss) wurden wir nachts wachgeklingelt und die Tour gecancelled. Demnach haben wir morgens noch ein wenig die Stadt erkundet, u.a. den Fischmarkt (siehe 2x oben), welchen ich ehrlich gesagt sehr beeindruckend fand, weil alles so ‚real‘, natürlich und unbeeinflusst wirkte. Aus dem Hotel ausgecheckt, ging es nach einem kurzen brunch bei ‚Costa Coffee‘ (siehe unten) noch in etliche Ecken Maskats, u.a. dem Oman Diving Center (siehe unten), dem Palast (siehe unten), dem prunkvollsten Hotel der Region, der Grand Mosque und einer Parfümfabrik, wobei die letzten beiden uns leider den Eintritt verwehrten. Der Rückweg war natürlich weniger spannend, weil es leider keine interessanten Zwischenstops mehr gab, die wir nicht schon gesehen hatten.


Fazit: unser Wochenendabenteuer hat sich in allen Belangen gelohnt. Wir hatten 2 wundervolle Tage, haben viel geschwitzt und gelacht und zahlreiche unvergessliche Eindrücke gewonnen. Der Oman ist genau so, wie ich mir den Mittleren Osten vorgestellt habe. Alles ist natürlich, grün grün grün, ‚alt‘ aber warm und herzlich, unberührt und natürlich, klar und dennoch unvergesslich schön. Hier spürt man keinen Druck, atmet keine Abgase und Bauschutt ein, wenn man über den Strand läuft und läuft man auch eben mal ein paar km wenns sein muss. Ich glaube hier könnte ich mir eher vorstellen zu leben, als in Dubai, auch wenn Oman sicher schon wieder fast ein wenig zu sehr ins andere Extrem geht

Soweit so gut. Heute ist bereits der 07. April und in 2 Wochen werde ich schon im guten ‚alten‘ China sein. Am 13. April ist mein letzter Arbeitstag und ich habe noch 2 Wochenenden und 4 Urlaubstage, um einerseits das Wetter nochmal richtig auszunutzen (35 Grad vorausgesagt fürs Wochenende) und andererseits noch die ein oder andere Tour mit Amira und Angie zu starten. Denn wer weiß wann / ob ich nochmal zurückkomme hierher.


Das solls auch erstmal gewesen sein, macht’s gut ihr Hübschen und bis bald!
Es grüßt euch ganz lieb, noch aus Dubai
Euer Philipp